Ein Interview mit Annika Will - MindGutLove
Was war der Grund/ Auslöser, ein Unternehmen zu gründen?
Ich hatte selbst über 14 Jahre lang starke Reizdarm-Beschwerden und war dadurch im Alltag extrem eingeschränkt. Essen war oft mit Angst, Blähungen und Bauchschmerzen verbunden. Mit der Zeit habe ich aber Wege gefunden, meine Beschwerden nachhaltig zu lindern, sodass ich heute wieder deutlich mehr Lebensqualität habe und Essen genießen kann, ohne ständig an meinen Darm denken zu müssen.
Gleichzeitig habe ich gemerkt, dass Darmprobleme – gerade bei jungen Frauen – immer häufiger werden. Viele Betroffene fühlen sich damit allein gelassen oder haben schon unglaublich viel ausprobiert, ohne wirklich langfristige Verbesserungen zu erreichen.
Deshalb habe ich irgendwann angefangen, meine Erfahrungen und mein Wissen nebenberuflich weiterzugeben. Daraus ist schließlich mein Coaching-Angebot für Frauen mit Reizdarm entstanden – für Frauen, die schon vieles versucht haben und sich endlich eine nachhaltige Veränderung wünschen.
Ich habe mich schon früh intensiv weitergebildet, unter anderem durch die Heilpraktiker-Ausbildung in Radolfzell am Bodensee , und eine Ausbildung im Bereich Life Coaching. Irgendwann hatte ich das Gefühl: Ich habe jetzt alles, was ich für mein ganzheitliches Coaching brauche – fundiertes Wissen, eigene Erfahrung und vor allem den starken Wunsch, anderen Frauen wirklich zu helfen.
Mit welchem Ziel sind Sie angetreten?
Mein Ziel war von Anfang an, besonders jungen Frauen zu helfen, die sich mit ihren Beschwerden oft unverstanden oder allein fühlen. Im klassischen Gesundheitssystem fehlt häufig einfach die Zeit, Reizdarm wirklich ganzheitlich zu betrachten und auch Themen wie Stress, Nervensystem oder emotionale Belastung mit einzubeziehen.
Ich bin überzeugt, dass Reizdarm nicht nur etwas mit Ernährung zu tun hat. Aus meiner Sicht spielen auch Stress, innere Anspannung und das Nervensystem eine große Rolle. Deshalb verfolge ich einen Ansatz, der Darmgesundheit, Stressregulation und Mindset miteinander verbindet.
Mir ist wichtig, Frauen das Gefühl zu geben, ihren Körper wieder verstehen zu können. Auch wenn es meistens keine schnelle Lösung über Nacht gibt, kann man Beschwerden Schritt für Schritt nachhaltig lindern und wieder mehr Freiheit und Lebensqualität zurückgewinnen.
Was war die größte Hürde am Anfang?
Eine der größten Herausforderungen war für mich definitiv, sichtbar zu werden. Da ich am Anfang noch angestellt war, war es ein sensibles Thema, öffentlich auf Instagram über meine eigene Reizdarm-Geschichte zu sprechen. Es hat mich viel Überwindung gekostet, mich mit diesem persönlichen Thema zu zeigen – auch aus Angst davor, bewertet oder belächelt zu werden.
Im Nachhinein war genau dieser Schritt aber unglaublich wichtig für meine persönliche Entwicklung. Irgendwann wurde meine Vision einfach größer als die Angst vor der Meinung anderer. Heute weiß ich, dass ich mit meiner Geschichte und meinen Erfahrungen anderen Frauen helfen kann, ein leichteres und beschwerdefreieres Leben zu führen.
Eine weitere Herausforderung war der Weg in die vollständige Selbstständigkeit. Gerade der Antrag auf den Gründungszuschuss hat viel Zeit und Energie gekostet, gleichzeitig war er aber auch eine große Unterstützung für meinen Start in die hauptberufliche Selbstständigkeit.
Auch die Entscheidung, meinen sicheren Hauptjob aufzugeben, war nicht leicht. Rückblickend war sie aber absolut richtig, weil ich erst dadurch die Zeit und Energie hatte, mein Business wirklich professionell aufzubauen – von Angebot und Positionierung bis hin zu Website, Businessplan und Marketing.
Wie positiv schauen Sie in die Zukunft?
Ich schaue sehr positiv in die Zukunft. Das Bewusstsein für Gesundheit, Stressmanagement und ganzheitliche Zusammenhänge wächst immer mehr. Gleichzeitig nehmen Beschwerden wie Reizdarm und stressbedingte Verdauungsprobleme leider ebenfalls zu.
Ich merke schon jetzt, dass meine Reichweite wächst und immer mehr Frauen aktiv nach Unterstützung suchen. Außerdem steigt auch die Offenheit gegenüber Online-Coachings und digitalen Gesundheitsangeboten immer stärker.
Deshalb bin ich überzeugt, dass der Bedarf an ganzheitlichen Angeboten im Bereich Darmgesundheit in Zukunft weiter wachsen wird.
Ihr Tipp für jeden, der gründen will?
Gründung braucht definitiv Mut – aber man muss den Weg nicht alleine gehen. Ich kann jedem empfehlen, sich frühzeitig Unterstützung zu suchen und von Menschen zu lernen, die bereits erfolgreich selbstständig sind.
Ich selbst habe mir zum Beispiel ein Consulting für den Aufbau meines Online-Business gebucht, was mir enorm geholfen hat. Außerdem finde ich es wichtig, sich finanziell möglichst gut vorzubereiten und einen gewissen Puffer für die Anfangszeit einzuplanen.
mehr unter: MindGutLove